MARTIN LUTHER IN DER GESCHICHTE
DER DEUTSCHEN SPRACHE
Die Sprache
ist einer der grundlegendsten Bausteine einer Gemeinschaft. Wir müssen uns
fragen, wo wir heute wären, wenn es keine einheitliche deutsche Sprache gäbe.
Wäre ein modernes Zusammenleben überhaupt möglich und würden Begriffe wie
Kultur, Zusammengehörigkeit und Nationalität überhaupt existieren? Ohne eine
einheitliche Sprache könne es kein einheitliches Volk geben. Diese Ansicht
teilte einer der bedeutendsten Mitbegründer der deutschen Sprache: Martin
Luther.
Zu Zeiten
Luthers existierte in Deutschland keine verbindliche, einheitliche Sprache.
Viele kleine Staaten, Königreiche und Herzogtümer brachten ihre eigenen
Sprachvarietäten hervor, die oft so unterschiedlich waren, dass Regionen, die
nicht weit entfernt voneinander lagen, die Sprache der Nachbarn kaum
verstanden. Es gibt viele Kritiker, die behaupten, auch ohne Luthers Einfluss
wäre das deutsche Volk zu einer einheitlichen Sprache gelangt.
Auf diesen
sprachlichen „Flickenteppich“ einzuwirken und auch den verschiedenen
Bevölkerungsschichten gerecht zu werden, scheint auf den ersten Blick sehr
schwierig zu sein, und doch hat Luther seinen Teil zu einer Deutschen
Einheitssprache beigetragen.
Das Ziel der vorliegenden Arbeiten ist eine
Untersuchung wie groß Luthers Einfluss war, und ob man von Luther als den
Schöpfer heutigen Schriftsprache
sprechen kann.
Die Aktualität unserer Forschung wird durch
das Interesse vieler Wissenschaftler für die
Deutsche Sprachgeschichte.
Seine
Lebensgeschichte kennzeichnet Martin Luter als eine der bedeutendsten
Persönlichkeiten der deutschen Geschichte.
Mit der Übersetzung der Bibel auf der
Grundlage der ostmitteldeutschen Kanzleisprache nahm Luther entscheidenden
Einfluss auf die Herausbildung des Hochdeutschen als Volkssprache. Seine Übersetzungsprinzipien waren vor allem:
·
Glätten der
Sprache, wobei eine Orientierung an lateinischer Rhetorik erfolgte
·
Sinngemäße
Übersetzung
·
Verdeutlichen
des Sinnes durch Modalwörter
·
Nähe zum
volkstümlichen Sprachgebrauch
Eigentlich war das nichts Neues. Seit mehr als einem Jahrhundert kursierten
im Land etwa 15 deutsche Übersetzungen. Diese wurden aber vor allem als
Argumentationshilfe für Geistliche gefertigt, lasen sich in ihrer gestelzten
Sprache fast unverständlich und beruhten allesamt auf der “Vulgata”, einer 1000
Jahre alten, oft ungenauen lateinischen Bibelübersetzung aus der griechischen
Urfassung. Eben diesen Originaltext legte Luther seiner Übersetzung zugrunde.
Das ermöglichte es ihm, sich mit aller Sprachgewalt so lebensnah, volkstümlich
und bildhaft wie möglich auszudrücken. Er kleidete seine Gedanken in
eigenwillige Ausdrücke, schuf poetische Bilder und erfand (manchmal nach
tagelangem Grübeln) neue Wortspiele. So übersetzte er im Matthäus-Evangelium
proskairos (unstet, vergänglich) mit “wetterwendisch”.Sein Deutsch wirkte stil-
und sprachbildend für Jahrhunderte. Martin Luther ersann Ausdrücke wie Feuertaufe, Bluthund, Selbstverleugnung,
Machtwort, Schandfleck, Lückenbüßer, Gewissensbisse, Lästermaul und Lockvogel. Metaphern wie “Perlen vor die Säue werfen”, “ein Buch mit sieben Siegeln”, “die Zähne zusammenbeißen”, etwas “ausposaunen”, gehen ebenso auf ihn
zurück wie “im Dunkeln tappen”, “ein Herz und eine Seele”, “auf Sand bauen” oder ein “Wolf im Schafspelz” und “der große Unbekannte”[ 3].
Heute ist
kaum nachzuvollziehen, wie Luther dieses riesige, mehr als 220 Seiten
umfassende Werk binnen nur elf Wochen in solcher Perfektion vollenden konnte.
Durch seine sinnhafte und dichterische
Qualität hat Luther die deutsche Schriftsprache wesentlich geprägt. Als er
Anfang März 1522 nach zehn Monaten die Wartburg verließ, führte er das
Manuskript bei sich. Nach weiterer Bearbeitung erschien es am 21. September
1522 in Wittenberg mit der für damalige Verhältnisse sehr großen Auflage von 3000
Exemplaren. Diese “Septemberbibel” war so rasch ausverkauft, dass ihr drei
Monate später die nächste Auflage folgte. Bald wurde sie auf den Kanzeln
zitiert, im Schulunterricht verwendet, als Volksbuch geschätzt [3].
Martin Luther legte die obersächsische Mundart
(die um Meißen herum gesprochen wurde) seiner Sprache zu Grunde und zwar in der
Ausbildung, die sie in der sächsischen Kanzlei erhalten hatte. Dadurch gelang
es ihm, eine Sprache zu bilden, die durch ihre künstlerische Vollendung, ihren
Wohlklang, ihre Kraft und Beweglichkeit die Bewunderung der Zeitgenossen
erregte und ihre Nacheiferung hervorrief. Dies bewirkte er vorzüglich durch
seine Bibelübersetzung, die der neuhochdeutschen Sprache die allgemeinste
Verbreitung sicherte, da die Bibel bald das beliebteste Volksbuch wurde. Das
lag nicht allein darin begründet, dass das Volk ein eifriges Verlangen trug,
die göttlichen Wahrheiten kennen zu lernen, sondern auch darin, dass Luthers
Sprache durchaus volkstümlich war; das Volk erkannte sie als die seinige
wieder.
Literatur
1.
Kämmel O. Deutsche Sprache im Mittelalter [Электронный ресурс] / O. Kämmel.
– Режим доступа: http://deutschland-im-mittelalter.de/Kulturgeschichte/Sprache#luther
2.
Martin Luther – [Электронный
ресурс] – Режим доступа: http://m.schuelerlexikon.de/mobile_geschichte/Martin_Luther.htm
3.
Springer
A. Wie Martin Luthers Bibel
unsere Sprache prägt [Электронный ресурс] / A.
Springer. – Режим доступа: http://www.welt.de/kultur/history/article1590611/Wie-Martin-Luthers-Bibel-unsere-Sprache-praegt.html
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